// Grundsätzlich: Gemeinschaft durch Engagement

Im Grunde ist die Sache so simpel wie effektiv: Unser Corps basiert auf dem permanenten Engagement von Aktiven, Inaktiven und Alten Herren. Die Aktiven übernehmen die konkrete Gestaltung der Corps-Aktivität und sind mit Spaß an der Sache dabei und tragen früh die Verantwortung für unsere Gemeinschaft.

Grundsätzlich ist das Corpsstudententum aus unserer Sicht eine durch und durch praktische und handfeste Angelegenheit. Es mit Worten darzustellen erinnert etwas an das mühsam-sperrige Verhältnis von Jagd und Jägerlatein. Aber tatsächlich haben wir auch Spaß daran, wenn es etwas sperriger ist und mögen zugleich den sehr direkten Umgang miteinander.

Und Traditionen kann man natürlich “pflegen” oder man kann auch etwas angestrengt von “Networking” oder ahnlichem sprechen. Kann man machen – aber klingt beides rasend langweilig.

Unsere Gepflogenheiten werden hingegen gelebt. Und genau das machen wir mit großem Vergnügen und Selbstverständlichkeit – schließlich haben wir sie ja gewissermaßen erfunden.

Denn das Corpsstudentsein ist nunmal eine schon sehr lange bestehende Praxis. Durch sie kommen unsere Ideale zum Ausdruck – nicht umgekehrt!

Also: Um ein bisschen “Jägerlatein” oder besser gesagt “Corps-Chinesisch” kommen wir nicht herum. Über unsere Ideale und ihre praktische Umsetzung möchten wir im folgenden gerne ein bisschen plaudern…

Ganz grundsätzlich kann man es schon mal so auf den Punkt bringen:

Die Aktivität im Corps war für uns alle und ist für jeden neuen Corpsbruder idealerweise eine herausfordernde und bereichernde Konfrontation. Also eine Auseinandersetzung mit anderen jungen Corpsbrüdern, mit ganz unterschiedlichen Ansichten und Charakteren und letztlich auch mit sich selbst. Diese prägende Erfahrung ist unsere gemeinsame Grundlage.

Piesen Corps Guestphalia et Suevoborussia Marburg Kösener KSCV
Alle Generationen · Eine gemeinsame Grundlage
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// Konkreter: Persönlichkeit - Charakterbildung - Werte
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Persönlichkeit! · Gemeinsame Werte! · Fundament unserer Gemeinschaft

An erster Stelle – jeder Corpsbruder bringt sich mit seiner Persönlichkeit ein. Gleichzeitig haben wir alle innerhalb unserer Aktivengeneration eine charakterbildende Zeit erlebt, die zur Standhaftigkeit und Toleranz gleichermaßen herausfordert.

Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Ansichten ist für uns also niemals ein notwendiges Übel! Im Gegenteil – Sie ist der Hauptgrund dafür, dass unsere unterschiedlichen Charaktere und Generationen eine starke Gemeinschaft bilden.

Unsere Konstitution nennt das dann auch ein wenig sperrig „die freudige Einordnung in das von ihm mitgestaltete Ganze“. Etwas konkreter gefasst bedeutet das:

Zum einen steht schon immer die einzelne Persönlichkeit und ihre corpsstudentische Prägung im Mittelpunkt.

• Zum anderen sind es die originären und traditionellen Werte unsere Gemeinschaft.

Und mit diesen beiden Punkten verbinden wir recht klar umrissene Vorstellungen:

• die Begeisterung für das Übernehmen von Verantwortung

 corpsbrüderliche Verlässlichkeit

• das Einstehen für die persönlichen Ansichten

Unsere Konstitution fordert das stetig ein – unsere traditionellen Wahlsprüche sind gewissermaßen das sprachliche Kondensat:

In Virtute Honos  Honeste et Hilare

In der Tugend liegt die Ehre • Ehrenhaft und Heiter

Diese Wahlsprüche enthalten bereits alles Wesentliche. Ideale, die in Ihren Grundzügen unverändert sind seit den frühen Anfängen, die in unserem Falle bis in das Jahr 1806 zurückreichen. Aber letztlich sind es immer die einzelnen Persönlichkeiten, die diesen grundlegenden Werten greifbare Kontur verleihen. Und das gilt seit jeher für alle Generationen:

// Der Mittelpunkt: Die Aktiven

Unsere aktiven Corpsbrüder gestalten während ihrer dreisemestrigen Aktivität das Corpsleben – unterstützt werden sie bei Bedarf von den inaktiven Corpsbrüdern, die schon fortgeschrittener sind im Studium.

Die Aktiven bilden somit das Zentrum des Corpslebens – das ist schon immer das Grundprinzip.

So lernt man im Studium Maßgebliches für das spätere berufliche und gesellschaftliche Leben – In der Corps-Aktivität lernt man darüber hinaus unerwartet viel über das Leben!

• Das beginnt bei den wöchentlichen Corpsconventen – die zentrale Instanz des aktiven Corps – und dem regulären Aktivenalltag.

 Geht über zu dem gemeinsamen Ausrichten von Festen und Bällen – sowie zu Aktivenfahrten und vielen anderen spontanen Unternehmungen.

Das Interesse und vor allem die Freude an gesellschaftlichen und geselligen Veranstaltungen sind selbstverständlich. Das setzen wir einfach voraus. Gleichzeitig sind diese aber – wie alles andere unserer Aktivität – niemals reiner Selbstzweck. Sie sind vielmehr Ausdruck unserer Haltung und unserer Ideale.

An dieser Stelle ist es nur konsequent, wenn man Helmuth Graf von Moltke zitiert: “Mehr Sein als Scheinen” ist für uns immer der entscheidende Punkt!

Und endet bei den täglichen und eigenverantwortlichen Vorbereitungen auf die drei obligatorischen Mensuren.

Das Fechten ist für uns weder Sport noch Ausdruck eines gespreitzten Ehrempfindens.

Es ist für uns Ausdruck des Einsatzes für die Gemeinschaft und vor allem ist es eine ganz eigene Form der Charakterbildung – insofern unerläßlich.

Im Übrigen ausschließlich mit anderen Kösener Corps – andere Studentenverbindungen spielen seit jeher in der eigentlichen Corps-Aktivität allgemein keine Rolle.

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Aktivenfahrt - heute

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Aktivenfahrt - 20er Jahre

• Die Aktivität wird auf diese Weise zu einer einzigartigen Zeit, die das Studium auf prägende Weise ergänzt.

Zudem leistet die Aktivität einen Beitrag dazu, dass jeder in seinem späteren beruflichen und gesellschaftlichen Leben über das übliche Maß hinaus Verantwortung übernimmt.

// Verbundenheit: Erfahrung - Austausch

• Zunächst – jeder Alte Herr war auch mal aktiv. Also schaut jeder zurück auf den identischen Erlebnishorizont, was somit alle Alten Herren mit den jüngeren Corpsbrüdern unmittelbar und lebenslang verbindet.

• Darüber hinaus bringen sie natürlich ihre ganz persönlichen Erfahrungen aus ihrem Berufsleben und ihrem gesellschaftlichen Leben ein.

Auf diese Weise ergibt sich für die jungen Corpsbrüdern ganz natürlich die Möglichkeit, über die Grenzen ihres eigenen Studiums hinausblicken zu können.

// Selbstgestellte Ansprüche: Unser Corpsgeist
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Unser Corpsgeist! · Ausgangspunkt und Ziel

Auf dieser Grundlage entsteht der sehr direkte und gemeinschaftstiftende Austausch innerhalb der Aktivengenerationen und zwischen allen weiteren Generationen.

Der daraus resultierende Corpsgeist war bereits Anlass und Intention für die Stiftung unseres Corps und er trägt unsere Gemeinschaft noch heute.

All das zusammengenommen führt dazu, dass unsere Werte keine theoretische Größe bleiben. Für uns sind sie ganz konkrete Ansprüche des alltäglichen Corpslebens.

Ansprüche, die wir uns gerne gegenseitig stellen und die sich – allem voran –  jeder selbst stellt. Jeder einzelne ist und bleibt also gefragt!

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